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 So kann es nicht weitergehen

Zu dieser Feststellung kamen sicherlich alle Zuhörinnen und Zuhörer auf dem gut besuchten Infoabend des SPD-Ortsvereins zum Thema "Wie belastet ist unser Trinkwasser?" im Badberger Heimathaus. Der Vorsitzende Hans-Uwe Desing begrüßte hierzu den Geschäftsführer des Wasserverbandes Bersenbrück, Herrn Ralph-Erik Schaffert und den SPD-Bundestagsabgeordneten Rainer Spiering.
Herr Schaffert stellte die Struktur des Wasserverbandes im hiesigen Bereich mit rund 20 Kommunen vor und erläutere die Förderung des Trinkwassers in den verschiedenen Wasserwerken. Da sowohl der Prokopf-Verbrauch stark in den letzten Jahren angestiegen sei und auch die Industrie mehr Wasser benötige, müssen die Wasserversorgung weiter ausgebaut werden und neue Wasserwerke zukünftig entstehen.
Ausgiebig verwies er auf die Gefahren für die Trinkwasserqualität. Insgesamt seien in Niedersachsen fast die Hälfte der Grundwasserkörper aufgrund der Nitratbelastung in einem schlechten chemischen Zustand. Hauptursache sei die Intensiv-Landwirtschaft mit völlig überhöhter Gülleausbringung. Gerade im Bereich Weser-Ems sei ein starker negativer Trend sowohl im Bereich der Nitratwerte als auch im Bereich der Pflanzenschutzmittel zu verzeichnen. Um mindestens 80000 Tonnen jährlich müsse die Stickstoffdüngung verringert werden. Um dies zu erreichen versuche der Wasserverband freiwillige Vereinbarungen mit Landwirten abzuschließen. Dazu zähle die Verringerung der Düngergabe, Fruchtfolgewechsel, Zwischenfruchtanbau und technische Beikrautbearbeitung statt Pestizideinsatz.
Dies allein reiche aber bei weitem nicht die von der EU vorgebenen Nitratwerte (50mg/l) im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie einzuhalten. Diese Vorgaben werden in hiesigen Einzugsbereich mit 110-120 mg/l deutlich überschritten.
Unser Wasser als zentrales Lebensmittel ist in Gefahr. Rainer Spiering erläuterte, wie wichtig neben neuer Methoden im Hinblick auf die Ausbringung von Gülle und dem Einsatz von modernesten landwirtschaftlichen Maschinen, auch die Umsetzung der neuen Düngeverordnung sei. Der Verursacher müsse in die Verantwortung genommen werden. Gerade in den Bereichen Vechta, Cloppenburg aber auch dem nördlichen Landkreis Osnabrück sei durch eine extrem hohe Tierbestandsdichte ein Umdenken erforderlich. Auch der“ Gülle-Tourismus“ sei keine sinnvolle Möglichkeit der Produktion von Gülle Herr zu werden. Hier müsse verstärkt über eine Trocknung des Tierkotes geforscht werden. „Es gibt keine einfachen Lösungen!“ Matthias Wübbel ergänzte, dass weitere Maßnahmen notwendig seien. Politik kann steuern!
Unsere Trinkwasserqualität muss gesichert werden und darf nicht nur durch eine kostenintensive Wasseraufbereitung zu Lasten der Allgemeinheit getragen werden. Nur ein verantwortungsvoller Umgang mit unserer Umwelt sichert das Leben unserer zukünftigen Generationen waren sich alle Teilnehmer nach einer intensiven Diskussion einig.

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